Ein Ausflug zu den Niagara Fällen

Ende Juni bin ich mit einer Freundin für zwei Wochen in die USA geflogen. Zuerst ging es für einige Tage nach New York City. Dazu folgt noch ein separater Blogpost mit allen Empfehlungen zu Restaurants, Cafés, Bars, Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte und vielem mehr.

Nach unserem Trip nach New York City haben wir einen kurzen Wochenend-Abstecher nach Buffalo gemacht. Wir sind mit dem Nachtbus vom Port Authority Bus Terminal um 00:00 nach Buffalo losgefahren und waren dann ca. gegen halb 9 dort. Das Bus Terminal war auch dort im Zentrum gelegen, aber das Zentrum und die Stadt generell war wesentlich kleiner und wesentlich ruhiger als NYC. Wir haben an einem Samstagmorgen kein ordentliches Café zum Frühstücken oder Brunchen gefunden und wir sind bestimmt eine halbe Stunde durch die Stadt geirrt – mit unseren schweren Koffern.

Endlich Frühstück gefunden nach langer Suche

Nach einiger Zeit haben wir dann die Bäckerei-Kette „Tim Hortons“ entdeckt, die in Buffalo sehr verbreitet ist. Das liegt daran, dass sie nach dem amerikanischen Eishockeyspieler Tim Hortons benannt ist, der für die Buffalo Sabres gespielt hat. In dem Café/Bäcker kann man die typischen amerikanischen Frühstücksburger mit Ei und Speck, sowie normale Sandwiches und allerlei Muffins und Kekse erwerben. Ich habe ein Sandwich genommen und dazu einen leckeren Vanilla Latte getrunken. Wir saßen bestimmt 2-3 Stunden bei Tim Hortons und haben im Internet recherchiert, was wir die nächsten Tage so machen wollen in der Umgebung.

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Gegen 13 Uhr sind wir dann mit dem Bus zu unserem Airbnb Apartment gefahren. Das haben wir auch relativ schnell gefunden – dank dem guten Orientierungssinn meiner lieben Freundin Maren – und unser Vermieter saß im Auto vor dem Haus und hat auf uns gewartet. Er hat uns dann den Schlüssel gegeben und die Tür aufgemacht und dann ist er auch schon gleich wieder abgedüst. Wir mussten die schweren Koffer leider allein die Treppe hochschleppen. Im Eingangsbereich sind wir von einem freudigen Hundebellen begrüßt worden.

Unser Airbnb Apartment hat uns positiv überrascht

Das Airbnb Apartment war größer und schöner als wir erwartet hatten. Es war aufgeteilt in ein großes Schlafzimmer mit Doppelbett, ein kleines Bad und einen großen Wohnbereich mit Küche und Esstisch. Auch die Klimaanlage im Schlafzimmer war eine große Erleichterung. Das einzige Manko war das fehlende W-LAN, aber man überlebt auch ein paar Tage ohne ständige Erreichbarkeit.

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Am Sonntag waren wir dann den ganzen Tag am Strand, und zwar am Lake Erie, ein großer See zwischen Kanada und USA. Es war wirklich heiß, aber die Abkühlung in dem kalten Süßwasser tat wirklich gut. Am Montag ging es dann zu dem langersehnten Ausflug zu den Niagara Fällen, von dem ich jetzt ausführlich berichten will!

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Niagara Fälle – einzigartiges Naturerlebnis oder Massentourismus?

Wenn ich das Stichwort Niagara Fälle höre, denke ich immer zuerst an eine gewaltige Naturschönheit in Kanada. Deswegen war ich wirklich gespannt auf diese riesigen Wasserfälle. Ein paar Informationen für alle, die vielleicht nicht so viel mit den Niagara Fällen anfangen können:

Die Niagara Fälle sind riesige Wasserfälle, die sich auf dem Niagara River (Fluss) befinden, welcher die beiden Länder Kanada und USA trennt. Die Wasserfälle sind eigentlich zwei verschiedene Wasserfälle, wobei sich einer auf amerikanischer Seite („American Falls“) und einer auf kanadischer Seite („Horseshoe Falls“) befindet. Den besten Blick hat man laut Reiseführern von der kanadischen Seite aus.

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Wir sind von Buffalo ca. eine Stunde mit einem ganz normalen Linienbus direkt bis zum Touristeninformationsschalter am Niagara State Park gefahren. Die Fahrt hat 2§ gekostet und verlief total unproblematisch. Dort angekommen, haben wir uns erstmal informiert wie wir am besten zu den Wasserfällen kommen und uns reichlich Infomaterial eingesteckt. Es fahren sowohl Shuttlebusse, für die man extra bezahlen muss, zu den Wasserfällen, aber man kann auch ganz einfach hinlaufen. Diese Option kommt bloß nicht für so viele Amerikaner in Frage.

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Niagara State Park: Viele Attraktionen aber trotzdem naturbelassen

Wir haben uns dann zu Fuß auf den Weg gemacht. Der Niagara State Park ist ein schön angelegter Naturpark, der die Umgebung der Niagara Fälle schützen soll. Man läuft etwa 10 Minuten durch den Park und ist dann schon beim ersten Aussichtspunkt auf die Wasserfälle. Dort tummeln sich natürlich die Touristen und machen Fotos.

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Wir haben auch erstmal ein paar Fotos gemacht und sind dann direkt zur ersten Attraktion gelaufen: Cave of the Winds. Mit dem Namen konnten wir erstmal nicht so viel anfangen, uns wurde nur gesagt, dass man mit einem Fahrstuhl bis an den unteren Rand der American Falls fährt. Der ganze Spaß kostet 19 $. Jeder bekommt dann eine bestimmte Uhrzeit mitgeteilt – und die ist wirklich sehr genau, unser Timeslot war 13:52 – und zu dieser Zeit soll man sich dann vor dem Eingang einfinden.

Am Anfang der Tour haben wir einen Einblick in die Geschichte der Niagara Fälle bekommen. In einem kleinen, aber gut ausgestatteten Museumsraum wurde die Geschichte dieser Naturschönheit mithilfe von kurzen Videos, Bildern und Texten dargestellt. Am Ende wird noch ein kurzer Film vorgeführt, nachdem es dann weiter Richtung Fahrstuhl geht.

Zuerst bekommen alle Teilnehmer jedoch rutschfeste Schuhe und ein Regencape ausgehändigt. Wir haben uns gegen die Schuhe entschieden, da wir eh Flipflops anhatten und uns es dementsprechend egal war, was mit diesen passiert. Außerdem kann man so auch einer übermäßigen Müllproduktion entgegenwirken.

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Am Anfang von Cave of the Winds – noch ziemlich skeptisch

Mit dem Fahrstuhl ging es dann etliche Meter in die Tiefe, wie viele, das habe ich mir nicht behalten. Unten angekommen, mussten wir durch einen engen, feuchten Gang durch ein Gebirge, um schlussendlich am Fuße der American Falls anzukommen. Die Leute die uns entgegen kamen waren teilweise völlig durchnässt, und ich ahnte schon schlimmes.

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Vor uns erstreckte sich eine Art Treppenanlage, die direkt an den Berg befestigt war. Wir konnten dann mithilfe der Treppen so nah an den Wasserfall ran, sodass unsere Füße komplett überschwemmt waren und es sich anfühlte, als würden wir im Regen stehen. Auf den Bildern seht ihr vielleicht besser, was ich mit Treppenanlage meine. Es war ein atemberaubendes Gefühl, so nah an einer riesigen Naturgewalt zu sein, und sie auch noch so intensiv zu spüren. Wir sind dann dort eine Weile rumgelaufen, haben Bilder gemacht und sind dann irgendwann wieder zurück.

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Maid of the Mist – eine Bootstour ins Ungewisse

Im Anschluss sind wir zum nächsten Aussichtspunkt und haben dann dort hinuntergeschaut, wo wir eben noch unten rumgeklettert sind, wirklich irre. Danach ging es für uns schon zur nächsten Attraktion: Maid of the Mist. Auch mit diesem Namen konnten wir nicht wirklich was anfangen, hatten aber schon davon gehört.

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Maid of the Mist ist ein Boot, was bis zum Fuße der Horseshoe Falls segelt und dort dann dreht, sodass man die volle Dröhnung Wasserfall abbekommt. Diese Attraktion kostete ebenfalls 19 $ und beinhaltet noch eine Tour auf ein Observation Deck, von wo aus man die beste Aussicht auf alle Wasserfälle und Kanada hat.

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Zuerst sind wir auf das Observation Deck gefahren und haben dort die einzigartige Aussicht bestaunt. Anschließend ging es mit dem Fahrstuhl wieder ganz nach unten, wo wir schon die Schlange zu den Booten erspähen konnten. Dort haben wir uns dann angestellt und es ging auch relativ flott, sodass wir kurze Zeit später schon auf dem Boot standen. Ja, standen. Es gab keine Sitzplätze, aber dafür wieder ein Regencape, was uns vor dem Wasserfall schützen sollte.

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Am Anfang der Bootstour hatten wir einfach nur einen tollen Blick auf die amerikanische Seite der Wasserfälle und konnten so tolle Fotos aufnehmen. Je näher wir jedoch den Horseshoe Falls kamen, desto windiger und nasser wurde es. Als wir schließlich ganz nah dran waren, hieß es nur noch: Augen zu & durch!

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Ich habe die Augen zugekniffen und mir schützend die Hände vors Gesicht gelegt, weil es sich wirklich angefühlt hat, als ob ich mitten unter dem Wasserfall stünde. Das war natürlich nicht der Fall, aber wir waren so nah dran, dass wir die Gewalt der Niagara Falls am ganzen Körper spüren konnten.

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Ein kurzer Abstecher nach Kanada war auch noch drin

Wieder zurück, waren wir ganz befreit und glücklich darüber, die Tour mitgemacht zu haben. Gleichzeitig ziemlich erstaunt, dass wir fast nicht nass geworden sind. Die Regencapes haben ihren Zweck erfüllt. Wir hatten aber immer noch nicht genug von den Niagara Fällen. Deswegen sind wir dann zur Rainbow Bridge gelaufen, welche der direkte Weg über die Grenze nach Kanada ist. Wir sind einfach über die Brücke gelaufen und waren schon gespannt, was uns einreisetechnisch erwartet.

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Rainbow Bridge

Die Einreise war ziemlich unspektakulär. Wir mussten nur unsere Pässe vorzeigen und das war’s. Nach der Einreise in die USA, wo ja alles tausendmal überprüft wird, war die Einreise nach Kanada ziemlich entspannt. Drüben angekommen, waren wir erstmal überrascht, wie viel mehr Touristen sich auf der kanadischen Seite befinden. Und: Wie viel mehr die kanadische Seite bebaut ist, mit Hotels, Casino und Restaurants. Wo sich auf der amerikanischen Seite ausschließlich Natur befindet, haben die Kanadier ein Hotel neben das nächste gesetzt. Vom Klischee der beiden Länder her hätte ich eher das Umgekehrte erwartet.

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Kanadische Seite der Niagara Fälle anscheinend beliebter als die amerikanische

Wir sind dann die Promenade entlanggelaufen und haben uns erstmal ein Eis gegönnt. Anschließend kamen die ganzen Attraktionen, die ähnlich waren wie auf der amerikanischen Seite. Die Promenade war überfüllt mit Touristen und uns war es dann doch zu voll, sodass wir einfach nur schnell ein paar Bilder und uns dann schon wieder auf den Rückweg gemacht haben. Bei der Ausreise mussten wir 1$ Zolle an die USA zahlen und wurden dann auf amerikanischer Seite wieder strenger kontrolliert. Welcome back!

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Nach dem erfolgreichen Tag waren wir dann noch in einem Diner Abendessen, welches sich direkt an unserer Bushaltestelle befand. Das Essen war wirklich preisgünstig und völlig in Ordnung. Wir waren ziemlich geschafft von dem langen Tag und sind dann mit dem Bus gegen 20 Uhr Richtung Buffalo gefahren.

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Wenn ihr euch auch für die Niagara Fälle interessiert, oder sogar demnächst eine Reise dorthin plant, habe ich nachfolgend ein paar Links für euch gesammelt:

Unterkunft in Buffalo:

Unser Airbnb in Buffalo kann ich nur jedem ans Herz legen. Das Viertel liegt zwar nicht direkt im Zentrum, aber bietet jede Menge Restaurants, Cafés und Bars in unmittelbarer Nähe zu dem Apartment. Auch vom Preis-Leistungs-Verhältnis hat hier alles gestimmt.

Link zum Apartment: Airbnb Apartment

Wenn ihr das Apartment über diesen Link bucht, sichert ihr euch gleichzeitig 25 € Reiseguthaben! 

Transport:

Zu den Niagara Fällen gelangt ihr von Buffalo aus am besten mit der Buslinie 40 vom Bus Terminal aus. Die Station wo ihr aussteigen müsst, heißt: „Rainbow Blvd & 1st St“ und liegt direkt an dem Official Visitor Center.

Busterminal: Location Googlemaps
Buslinie: 40 Richtung Niagara Falls

Alternativ könnt ihr natürlich auch ein Uber bestellen, was dann entsprechend teurer ist.

Niagara Fälle:

Informationen für Touristen: Niagarafalls USA

Official Visitor Center: Location Googlemaps

Attraktionen:

Verfasst von

Hej! Ich bin Johanna, 22 Jahre alt, gebürtige Berlinerin und vor 3 Jahren nach Dänemark ausgewandert. Ich bin großer Fan von der dänischen Sprache, gutem Essen, Reisen, Gin & Tonic, Frederiksberg, dem Meer, Hygge und natürlich der Farbe Pink. All diese Dinge möchte ich auf meinem Blog mit euch teilen und damit ein bisschen Hygge nach Deutschland bringen.

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