Louisiana – Das dänische MoMA

Letztes Wochenende hatte ich Besuch aus Deutschland, und da Freitag so schönes Wetter war, haben wir uns auf den Weg zum Louisiana Museum gemacht. Für die, die das Museum noch nicht kennen: Louisiana liegt im Norden Sjællands, genau genommen in Humlebæk und ist mit Auto oder Bahn gut zu erreichen. Mit dem Regionalzug braucht man ungefähr eine halbe Stunde von Kopenhagen (Nørreport). Momentan laufen 3 große Ausstellungen im Louisiana, die wir uns alle ausführlich angeguckt haben.

Cecily Brown: Where, When, How Often and with Whom

Die britische Künstlerin Cecily Brown (1969) hat mit den Werken in ihrer Ausstellung: „Where, When, How Often and with Whom” die Louisiana Besucher im Sturm erobert – so schreibt es das Museum selbst auf seiner Webseite. Meine Freundin und ich waren deswegen auch ganz gespannt, und wir wurden nicht enttäuscht.

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Die Kunstwerke sind durch viele Farben und viel Erotik geprägt, und wenn einem diese Richtung gefällt, sollte man sich die Ausstellung nicht entgehen lassen. Mir persönlich waren einige Kunstwerke zu abstrakt, aber andere hingegen fand ich auch atemberaubend.

 

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Besonders das größte Gemälde, was 10 Meter lang ist und ganz am Ende der Ausstellung zu bewundern ist, hat mich ziemlich beeindruckt. Die Künstlerin hat sogar entschieden, dass dieses Werk nach der Ausstellung im Louisiana bleibt, was für das Museum eine große Sensation ist. Diese Ausstellung läuft bis zum 10.03.2019. 

Alejandro Aravena: ELEMENTAL

Wenn du dich für Architektur interessierst, ist diese Ausstellung auf jeden Fall ein MUST-SEE! Alejandro Aravena ist der künstlerische Leiter des chilenischen Architekturbüros ELEMENTAL, welches seinen Hauptsitz in Santiago de Chile hat. Elemental hat z.B. in den ärmeren Stadtteilen Santiagos halbe Häuser entwickelt, und die Einrichtung der anderen Hälfte den Bewohnern überlassen. Dadurch wurden auch nachhaltigere Wohngebiete erschaffen. Darüber hinaus betreut Elemental größere und kleinere Projekte in der ganzen Welt, unter anderem auch in Deutschland.

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Die Ausstellung ist in 4 Räume aufgeteilt. Im 1. Raum „What is ELEMENTAL“ kannst du dir zahlreiche Skizzenbücher anschauen. Die originalen Bücher liegen in der Mitte des Raumes, dürfen allerdings nicht berührt werden, dafür stehen 120 iPads zur Verfügung, um einen Blick in die ersten Skizzen zu werfen. Die anderen drei Räume zeigen weitere Arbeitsprozesse von Elemental, zum Schluss einen Film gefilmt mit einer Drohne über die wichtigsten Werke der Agentur. Ich will hier bloß nicht zu viel vorwegnehmen.

Ich persönlich fand die Ausstellung super interessant, obwohl ich nicht der größte Fan von Architektur bin. Diese Ausstellung läuft bis zum 03.03.2019. 

Dea Trier Mørch: Ind i verden

Diese Ausstellung der dänischen Künstlerin Dea Trier Mørch hat Ende Januar erst geöffnet, und kann noch bis Ende April besucht werden. Dea Trier Mørch (1941-2001) war eine engagierte, politische Künstlerin, die die dänische Gesellschaft besonders in den 1970er Jahren geprägt hat. Bekannt wurde die Dänin mit ihrem Buch „Vinterbørn“ (1976), in welchem sie 18 verschiedene Frauen im Kreissaal im Rigshospitalet begleitet.

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Dea Triers Werke haben den weiblichen Körper im Fokus, wo besonders die Geburt aus der Perspektive der werdenden Mütter eine große Rolle spielt. Außerdem zeigen ihre Bilder typische Situationen aus dem Alltag der „Arbeiterklasse“. In der Ausstellung gibt es auch einen Film mit ihr zu sehen, welcher sehr empfehlenswert ist, um die Hintergründe ihrer Werke besser zu verstehen.

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Mir hat diese Ausstellung am besten gefallen, und deswegen kann ich dir nur ans Herz legen, sie dir unbedingt anzuschauen. Es gibt 90 Werke aus dem privaten Archiv der Künstlerin zu sehen, und damit auch ein Stück dänische Kunstkultur zu erleben. Dies Ausstellung läuft noch bis zum 28.04.2019.

Louisiana lohnt sich auch bei schönem Wetter

Das Museum liegt direkt am Meer, und ist umgeben von einem wunderschönen Park. Nach den drei Ausstellungen haben wir deswegen unser mitgebrachtes Essen mit rausgenommen, und uns auf eine Bank in die Sonne gesetzt.

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Somit kann man ins Museum gehen und trotzdem das schöne Wetter genießen. Deswegen würde ich auf jeden Fall empfehlen, ein paar Stunden für den Besuch einzuplanen, damit du hinterher noch die schöne Umgebung genießen kannst.

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Verfasst von

Hej! Ich bin Johanna, 22 Jahre alt, gebürtige Berlinerin und vor 3 Jahren nach Dänemark ausgewandert. Ich bin großer Fan von der dänischen Sprache, gutem Essen, Reisen, Gin & Tonic, Frederiksberg, dem Meer, Hygge und natürlich der Farbe Pink. All diese Dinge möchte ich auf meinem Blog mit euch teilen und damit ein bisschen Hygge nach Deutschland bringen.

2 Kommentare zu „Louisiana – Das dänische MoMA

  1. Vor Jahren haben wir mit unseren Kindern eine Dänemark Rundreise gemacht. Das Louisiana Museum hat uns sehr beeindruck. Die Stimmung ist einmalig. Ein wirklich außergewöhnliches Museum LG Hartmut

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